Positionierung
Amphibie oder Froschkönig?
Stellen Sie sich vor, Sie sind grün, feucht und leicht zu übersehen. Und Sie wollen die Gunst einer Königstochter erobern...
Genau hier fängt Marketing an. Zuerst einmal würde der kleine Kerl seine eigene Positionierung festlegen: Er kann sehr gut schwimmen und tauchen. Er ist sympathisch und äusserst kundenorientiert. Mit anderen Worten, der perfekte "Goldkugel-Retter" für die Zielgruppe "schöne Königstöchter".
Mit seinem Quaken hat er die Prinzessin aufmerksam gemacht und beim Reason Why und dem Customer Benefit hat auch alles übereingestimmt. Nun, dass die Königstochter für seine Dienstleistung nicht zahlen wollte ist wieder eine andere Geschichte.
Vor langer, langer Zeit haben wir mit der Marketingberatung angefangen. In mehr als zwei Jahrzehnten haben wir manchem Frosch geholfen geküsst zu werden. Mit unserer Leidenschaft für Marketing und Strategie, sowie unserer grossen Erfahrung zeigen wir Ihnen, wie Sie zum Kunden ins "Schloss" kommen.
Anleitung zur Positionierungsstrategie
Hier können Sie unsere Anleitung zur Positionierungsstrategie [136 KB] und eine Positionierungsbeispiel [580 KB] herunterladen.
Positionierung im falschen Umfeld
Es ist ein nasskalter Januar Morgen. Ein Straßenmusiker steht im Eingangsbereich der U-Bahn-Station in Washington DC und spielt Bach. Mindestens 1000 Menschen strömen in einer Stunde an ihm vorbei.
Nur wenige Passanten nehmen den Musiker wahr. Einige werfen im Vorbeigehen einen Dollar in die Sammelmütze.
Wann und wie erkennen Menschen eine Marke?
In dieser knappen Stunde, die der Musiker spielte, hielten nur 6 Leute und blieben für eine Weile stehen. 20 Menschen gaben ihm etwas Geld, gingen aber dann eilig weiter. Insgesammt sammelte der Geiger 32 Dollar. Als er mit seinen Stücken zu Ende war applaudierte niemand.
Von keiner Seele gab es auch nur den Hauch einer Anerkennung.
Was niemand wusste, dass es sich bei dem Musiker um den Star-Geiger Joshua Bell gehandelt hat. Joshua Bell hatte gerade in der U-Bahn-Station mit Bachs Kompositionen eines der schwierigsten Stücke, das je geschrieben wurde gespielt. Und das auf einer Geige im Wert von 3,5 Millionen Dollar.
Zwei Tage zuvor hatte Joshua Bell ein Konzert in Boston gegeben. Gegen Stargage und ausverkauftem Saal bei Eintrittspreisen ab 100 Dollar.
Dieses Experiment war eine Aktion der Washington Post und war Teil eines sozialen Experiments über Wahrnehmung, Empfinden, Geschmack. Joshua Bell hat tatsächlich inkognito in der U-Bahn Station gespielt.
Die Fragen, die bei diesem Experiment mit Joshua Bell geklärt werden sollten, lauteten: Können Menschen Schönheit wahrnehmen wenn sie am „falschen“ Ort vorkommt? Können sie die hohe Qualität des Musikers auch ohne PR und grosser Bühne erkennen? Können sie das Talent in diesem unerwarteten Zusammenhang werten und identifizieren?



